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Schmadlak
04.12.2011 - 20:36

AA Krisenvorsorgeliste

Hi,

bei der Idee mal nach Paqua-Neuguinea zu fahren bin ich über
folgenden Hinweis des Auswärtigen Amtes gestolpert:

---snipp---

Alle Deutschen, die nach Papua-Neuguinea reisen bzw. für begrenzte
oder unbestimmte Zeit in Papua-Neuguinea leben, können in eine
Krisenvorsorgeliste aufgenommen werden. Es handelt sich hierbei um
eine freiwillige Maßnahme. Die für Papua-Neuguinea zuständige
Deutsche Botschaft in Canberra rät, von dieser Möglichkeit Gebrauch
zu machen, damit sie – falls erforderlich – in Krisen- und
sonstigen Ausnahmesituationen mit Deutschen schnell Verbindung
aufnehmen kann.

---snipp---

Wie funktioniert dieses "schnell Verbindung aufnehmen" eigentlich
und was soll das bringen?

Wenn es vor Ort wirklich Probleme geben sollte, dann merkt man das
vor Ort ja eher als dass das AA reagiert.

Hat schon mal jemand diesen "Service" in Anspruch genommen?

--
Ned: "Sie hässlicher, hasserfüllter Mann!"
Moe: "Hey, ich bin vielleicht hässlich und hasserfüllt, aber ich
bin nicht, ähm..... Was haben sie noch als drittes gesagt...?"

R.Kiefer.SPAM
05.12.2011 - 02:31
Jürgen Schmadlak wrote:

Wie funktioniert dieses "schnell Verbindung aufnehmen" eigentlich
und was soll das bringen?

Sie veröffentlichen im Bundesanzeiger: "Herr Sch. ist mit einem
schwarzen PKW der Marke XY in einem Krisengebiet unterwegs, wir bitten
um sofortigen Rückruf unter der Rufnummer 0815". SCNR, aber mehr traue
ich deutschen Behörden teils nicht zu. Reisewarnungen scheinen sehr
politisch motiviert zu sein, wer als Lobbyist auch immer dahinterstehen
mag. Z.B. im Wüstenschiff-(Web-)Forum findet sich hin und wieder die
Frage nach der Unterstützung durch Konsulate und Botschaften in fernen
Ländern, und da ist die Meinung mehrheitlich negativ. Sehr schlecht in
Erinnerung ist dort natürlich das Verhalten deutscher Behörden während
den Entführungen 2003 in Algerien.


Wenn es vor Ort wirklich Probleme geben sollte, dann merkt man das
vor Ort ja eher als dass das AA reagiert.

Das nicht unbedingt. Wenn Du z.B. eine mehrtägige Dschungeltour
unternimmst, dann bekommst Du nicht unbedingt die aktuellen Nachrichten
aus der Welt. Früher nahm man auf extreme Reisen noch einen
Kurzwellenempfänger mit und hörte abends Deutsche Welle. Aber heute ...?
Gibt wohl als Ersatz noch keine Äpp für diese Eierdinger ;-)


Hat schon mal jemand diesen "Service" in Anspruch genommen?

Nein, aber so Ähnliches verlautete auch schon mal, wenn man in bestimmte
Regionen des Iran reiste. Wir hatten es gar nicht erst in Erwägung
gezogen. Ähnliche Überlegung wie bei Dir. Was wollen die überhaupt
bewirken können in der 1000km entfernten Hauptstadt.

Gruß, Ralf

Schmadlak
05.12.2011 - 21:15
Ralf Kiefer <R.Kiefer.SPAM@gmx.de> wrote:

Wie funktioniert dieses "schnell Verbindung aufnehmen" eigentlich
und was soll das bringen?
Sie veröffentlichen im Bundesanzeiger: "Herr Sch. ist mit einem
schwarzen PKW der Marke XY in einem Krisengebiet unterwegs, wir bitten
um sofortigen Rückruf unter der Rufnummer 0815". SCNR, aber mehr traue
ich deutschen Behörden teils nicht zu.

So ähnlich stelle ich mir das auch vor.

Reisewarnungen scheinen sehr
politisch motiviert zu sein, wer als Lobbyist auch immer dahinterstehen
mag.

Das AA selbst. Auch wenn in den USA täglich 9/11 stattfinden würde
gebe es keinen Sicherheitshinweis, geschweige denn eine
Reisewarnung. Gleiches trifft natürlich für alle NATO und EU
Staaten zu.

Wenn es vor Ort wirklich Probleme geben sollte, dann merkt man das
vor Ort ja eher als dass das AA reagiert.
Das nicht unbedingt. Wenn Du z.B. eine mehrtägige Dschungeltour
unternimmst, dann bekommst Du nicht unbedingt die aktuellen Nachrichten
aus der Welt. Früher nahm man auf extreme Reisen noch einen
Kurzwellenempfänger mit und hörte abends Deutsche Welle. Aber heute ...?
Gibt wohl als Ersatz noch keine Äpp für diese Eierdinger ;-)

Ja, nein, kommt drauf an. 2009 gab es in Kambodscha (mal wieder) das
Gerücht, dass die Grenze zu Thailand dicht gemacht wird (Kambodscha
hatte die lustige Idee Thaksin zum "wirtschaftlichen Berater" zu
machen und die Thais haben daraufhin mal wieder am Prasat Preah
Vihear rumgeballert.)

Relativ schnell hatten wir eine halbwegs aktuelle Zeitung in einer
lesbaren Sprache gefunden. Ein besorgter Inselaffe wollte auf Nummer
sicher gehen und hat bei der UK Botschaft angerufen. Das Geld hätte
er sich sparen können. Die wussten deutlich weniger als die alte
Zeitung. Vermutlich ist er nur bis zur Putzfrau oder maximal bis zum
Hausmeister vorgedrungen.

Zugegeben, das aktuelle Programm der DW auf Kurzwelle kenne ich
nicht, das TV Programm finde ich da jedoch nicht sonderlich
informativ. Die Informationen zur "Flutkatastrophe" in Thailand
waren *nicht* hilfreich.

Hat schon mal jemand diesen "Service" in Anspruch genommen?
Nein, aber so Ähnliches verlautete auch schon mal, wenn man in bestimmte
Regionen des Iran reiste. Wir hatten es gar nicht erst in Erwägung
gezogen. Ähnliche Überlegung wie bei Dir. Was wollen die überhaupt
bewirken können in der 1000km entfernten Hauptstadt.

Ja, dann will ich die Damen und Herren Botschafter auch nicht
behelligen.

Zumal wir in Papua-Neuguinea noch nicht mal eine Botschaft haben,
zustandig ist die Botschaft in Canberra Australien.

--
Ned: "Sie hässlicher, hasserfüllter Mann!"
Moe: "Hey, ich bin vielleicht hässlich und hasserfüllt, aber ich
bin nicht, ähm..... Was haben sie noch als drittes gesagt...?"


hweede
12.12.2011 - 23:58
R.Kiefer.SPAM@gmx.de (Ralf Kiefer) writes:

Z.B. im Wüstenschiff-(Web-)Forum findet sich hin und wieder die
Frage nach der Unterstützung durch Konsulate und Botschaften in fernen
Ländern, und da ist die Meinung mehrheitlich negativ.

Och, wenn man nicht zuviel erwartet kann man nicht meckern. Ich hab damals
in Rio, nachdem ich überfallen worden war, für den Rest meiner
Brasilien-Rundreise Notgeld, Rückflugticket und Personalausweis beim
Generalkonsulat hinterlegt und unmittelbar vor der Rückreise nach Europa wieder
abgeholt. Zumindest dafür sind die Vertretungen doch nützlich.

Das einzige Problem war der Taxifahrer: Ach, der Gringo will zu seinem Konsulat,
ich weiß wo das liegt, Straße und Hausnummer interessieren mich nicht,
und dann ging's beratungsresistent zum US-Konsulat, dagegen war ich machlos.

Henning
--
Stellenangebote gehoeren auch nach de.markt.arbeit.biete.
Stellengesuche gehoeren auch nach de.markt.arbeit.suche.
Am besten mit einer separaten E-Mail-Adresse.
http://home.snafu.de/hweede/dma.htm

R.Kiefer.SPAM
13.12.2011 - 00:13
Henning Weede wrote:

Zumindest dafür sind die Vertretungen doch nützlich.

Schön für Dich, daß Du gut "bedient" wurdest. Es gibt ja weitere positiv
geschilderte Fälle, aber eben mehrheitlich weniger positive.


Das einzige Problem war der Taxifahrer

Daher gibt's vermutlich auch noch andere, vielleicht weniger
beratungsresistente. Aber vielleicht hattest Du auch bei diesem viel
Glück, denn gerade aus Rio hörte ich mal von einer Sorte nicht ganz
offizieller Taxifahrer, die zwar einen ähnlichen Käfer fahren wie die
offiziellen, aber ihr Einkommen durch "Verkauf" ihrer Fahrgäste
erwirtschaften. Aber das ist lange her ....

Gruß, Ralf


Frank Hucklenbroich
13.12.2011 - 09:11
Am Tue, 13 Dec 2011 00:13:38 +0100 schrieb Ralf Kiefer:

Daher gibt's vermutlich auch noch andere, vielleicht weniger
beratungsresistente. Aber vielleicht hattest Du auch bei diesem viel
Glück, denn gerade aus Rio hörte ich mal von einer Sorte nicht ganz
offizieller Taxifahrer, die zwar einen ähnlichen Käfer fahren wie die
offiziellen, aber ihr Einkommen durch "Verkauf" ihrer Fahrgäste
erwirtschaften. Aber das ist lange her ....

Zu dem Thema gab es sogar eine Folge der "Simpsons": Homer steigt in Rio in
so ein Taxi, und als er drin sitzt schaltet der Fahrer die Anzeige um von
"Taxi" auf "Kidnapped" ;-)

Grüße,

Frank

Henning Weede
13.12.2011 - 10:29
Ralf Kiefer wrote:


Das einzige Problem war der Taxifahrer

Daher gibt's vermutlich auch noch andere, vielleicht weniger
beratungsresistente. Aber vielleicht hattest Du auch bei diesem viel
Glück, denn gerade aus Rio hörte ich mal von einer Sorte nicht ganz
offizieller Taxifahrer, die zwar einen ähnlichen Käfer fahren wie die
offiziellen, aber ihr Einkommen durch "Verkauf" ihrer Fahrgäste
erwirtschaften.

Natürlich muss man aufpassen. Z.B. in Salvador wurde ich vom
Taxifahrer - nachdem mein ganzes Hab und Gut im Kofferraum lag -
gebeten, ob ich nicht anschieben helfen könne, das Taxi springe
leider nicht an. <mediamarkt>Ich bin doch nicht blöd.</mediamarkt>
Geschoben hab ich nur neben der geöffneten Beifahrertür und nicht
hinten.

Henning

--
Stellenausschreibungen gehoeren auch nach de.markt.arbeit.biete.
Stellengesuche gehoeren auch nach de.markt.arbeit.suche.
Am besten mit einem eigenen E-Mail-Account nur dafuer wegen UBE.
http://home.snafu.de/hweede/dma.htm



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