23.10.2011 - 17:55
Reiseschnipsel aus Barcelona
Bin gerade aus Barcelona und Umgebung (und zuvor Ibiza) zurück. Hier ein
paar Details:
- Mein Weg kreuzte sich mit dem meiner Schwester, die war ebenfalls da,
allerdings mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen: sie mit Hotel in der
Stadt und ohne Töff, und ich etwas außerhalb und mit Töff (Motorrad).
Also fiel es mir nicht weiter schwer, ihr das Herzens-Souvenir zu
beschaffen, was sie sonst nicht so einfach bekommen hätte: einen hübschen,
echten Pinienzapfen. Ich musste nur bei Gava Playa kurz anhalten und einen
einsammeln. Später bedankte sie sich am Telefon nochmal überschwenglich
dafür, allerdings: als sie ihn nach dem Rückflug zuhause aufstellen wollte
und noch einmal begutachtete war der Schreck gewaltig: auf einmal
krabbelte ein Ohrenkneifer / Ohrwurm 'raus!
- Die Gegend südlich vom Llobregat wollte ich mir einmal näher ansehen,
wo es Richtung Sant Sadurni d'Anoia geht, wo der weltberümte Sekt (Cava)
herkommt, Freixenet und Codorniu. Hat mir sehr gefallen, gebirgig,
serpentinenreich, dünn besiedelt. In einem kleinen Dorf nahe Torrelles de
Llobregat sah ich ein Hinweisschild: Kleintierfriedhof (cementeri
d'animals petits). Aha. Hier ruht Schmusi, der Goldhamster.
- Was mich fast umgehauen hätte war eine Veränderung der Natur bei
Barcelona. Ich bin da aufgewachsen und hatte verinnerlicht, dass es
da unter Kiefern/Pinien, zwischen Stachelginster und Bruyere-Büschen
praktisch keinerlei Säugetiere gibt. Außer ein paar Karnickeln hatte ich
da nie irgendein wild lebendes Säugetier gesehen. Als ich an der
Haarnadelkurve der Carretera de Vallvidrera anhielt, dem Mirador de
Sarria, um bei Sonnenuntergang das herrliche Panorama auf die Stadt zu
genießen, bewegte sich auf dem Abhang unter mir auf einmal ein echtes
Wildschwein!
- Die Wirtschaftskrise. Auch Spanien geht es leider sehr dreckig. Die Leute
versuchen verzweifelt, möglichst sparsam zu leben, und das hat dazu
geführt, dass asiatische/vietnamesiche Billigramschläden aus dem Boden
schießen wie die Pilze. Man bekommt da alles: Nähzeug, Hundemaulkörbe,
Plastikshüsseln, Werkzeug, Schulhefte, Küchengerät, extrem billig und von
unterster Qualität. Auch etwas reichere Leute scheinen so ihre
Schwierigkeiten zu haben. Bei einem Rundgang durch die Marina
(Olympiahafen) von Castelldefels fiel mir auf, wie schlecht gepflegt die
ganzen Segelyachten sind, und viele stehen zum Verkauf.
- Aus irgendwelchen Gründen können Spanier nicht mehr fahren. Die
Schleicherei ist einfach nur grausam. Wenn innerorts 40 ausgeschildert
sind finden sich neuerdings immer einige Spacken, die auch wirklich mit 40
schleichen, und es blüht ein Riesenstau. Das war vor 10..20 Jahren noch
völlig anders.
- Auf Ibiza war die ganze Insel voller VWs mit Wolfsburger Kennzeichen,
offenbar ein Großversuch der VW-Werke. Es handelte sich um Beetles und
ein völlig neues, mir unbekanntes Kleinwagenmodell namens UP!. Ich wollte
schon fast versuchen, Auto Bild und Auto, Motor & Sport zu kontaktieren,
ob die für ein paar Fotos gutes Geld zahlen würden, aber leider zeigte mir
ein Blick ins Web, dass der UP! längst kein Geheimnis mehr war.
- Auf dem Rückweg, schon in der Schweiz, hab ich auf der Autobahn die Mutti
LKW fahren gesehen. Das ist kein Witz. Es stand groß und breit drauf:
www.mutti.it.
- Obwohl ich Raucher bin und bisher vor Autozug mit Schlafwagen immer
zurückgeschreckt war und Liegewagen bevorzugt hatte (wo man Fenster öffnen
kann um nach draußen zu rauchen) hab ich es diesmal gewagt, Schlafwagen
zu nehmen, und ich bin sehr begeistert. Mit dem Rauchverbot kann man
gut klarkommen, wenn man Schnupftabak dabei hat. Vorm Einschlafen kann man
nämlich rauchen und Bier trinken soviel man möchte, weil man noch auf
den Bahnsteig kann, und wenn der Zug erstmal fährt schläft man ja sowieso.
Es gibt auch mehr Zwischenstops als gedacht, wo man zum Rauchen kurz
auf den Bahnsteig kann. Diese heutigen Ein-/Zweibett-Schlafwagenabteile
sind urgemütlich und kuschelig, und die Waggons viel besser gefedert als
die Liegewagen, man kann da wirklich gut übernachten.
Die Strecke Lörrach-Hamburg hat mit mit Last-Minute-Rabatt 271,20 EUR
gekostet (1 Person, 1 Motorrad), da kann man nicht meckern.
So. Jetzt bin ich wieder seelisch aufgebaut für ein weiteres Jahr harte
Arbeit.
Henning
--
Stellenausschreibungen gehoeren auch nach de.markt.arbeit.biete.
Stellengesuche gehoeren auch nach de.markt.arbeit.suche.
Am besten mit einem eigenen E-Mail-Account nur dafuer wegen UBE.
http://home.snafu.de/hweede/dma.htm
24.10.2011 - 23:08
In article <9git97Fbp7U1@mid.uni-berlin.de>, Henning Weede says...
